DSC 2422Bildnachweis: BKK Landesverband MItte

Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung: Steigende Beiträge trotz sinkender Kassenzahlen

Im Jahr 1992 gab es 1.200 gesetzliche Krankenkassen. Der allgemeine Beitragssatz betrug 12,6 Prozent. Heute haben die verbliebenen 93 Krankenkassen einen durchschnittlichen Beitragssatz von 17,5 Prozent. Der Grund für den Kostenanstieg ist der kontinuierliche Anstieg der Leistungsausgaben. Auf diese haben die Krankenkassen keinen Einfluss. Bestimmende Faktoren sind vielmehr die demografische Entwicklung, der medizinisch-technische Fortschritt und politische Rahmenvorgaben.

Während die Leistungsausgaben stetig steigen, haben die Krankenkassen ihre Verwaltungskosten hingegen stabil gehalten. Die Beschäftigtenzahl innerhalb der GKV ist dabei sogar gesunken – und dies bei gleichbleibender Qualität. Möglich machten dies vor allem die Strukturierung und Straffung der Arbeitsprozesse sowie die Digitalisierung.

Selbstverwaltung und Eigenverantwortung

Das System wird sich auch künftig weiter konsolidieren. Wichtig dabei ist, dass die Selbstverwaltung den Prozess steuert. Dazu gehört, dass die Krankenkassen die passenden Rahmenbedingungen prüfen und die Fusionsprozesse eigenverantwortlich gestalten. Insbesondere bei den Betriebskrankenkassen werden die Fusionen deshalb auch von ihren Trägerunternehmen mit besonderem Fokus auf Leistungsfähigkeit und Effizienz begleitet.

 

Anzahl Krankenkassen

Durchschnittlicher

Beitragssatz

Leistungsausgaben in Milliarden Euro

1992

1.223

davon BKK 721

12,6 %

124,4

2026

93

davon BKK 68

17,5 %

325,4

(Vorjahresabschluss)

Kostentreiber Leistungsausgaben – Sparen an der richtigen Stelle

Weder die Anzahl der Krankenkassen noch der Anteil der Verwaltungskosten haben einen signifikanten Einfluss auf die Beitragssätze der GKV gehabt. Verantwortlich für die hohen Beitragssatzsteigerungen sind regelmäßig die ungebremsten Entwicklungen der Leistungsausgaben. Das bedeutet, dass die Politik die steigenden Belastungen der Wirtschaft nicht durch eine Reduzierung der Krankenkassen stoppen kann. Dazu braucht es Strukturreformen.

Der Beitragssatz ist das Hauptkriterium im Wettbewerb der gesetzlichen Krankenkassen. Jede Kasse nutzt das Maximum ihrer Möglichkeiten, um den Beitragssatz so attraktiv wie möglich zu halten. Der Kassenwettbewerb hatte immer eine dämpfende Wirkung auf die Verwaltungskosten.

Versicherte entscheiden selbst: 30 Jahre freie Kassenwahl

3,2 Millionen Bundesbürgerinnen und Bundesbürger sind aktuell in einer Krankenkasse versichert, die weniger als 250.000 Versicherte hat. Sie haben ihre Entscheidung bewusst getroffen, obwohl ihnen jederzeit der Wechsel in eine größere Krankenkasse möglich ist. Der Wettbewerb um Versorgungsqualität und Verwaltungseffizienz funktioniert. Die Größe der Krankenkasse spielt dabei keine Rolle. Die Zahl der Krankenkassen wird sich künftig weiter reduzieren. Bereits zum Jahreswechsel 2026 / 2027 sind weitere Fusionen angekündigt.

Ein weiterhin funktionierender Wettbewerb braucht eine Mindestzahl an vergleichbaren Anbietern. Sollte es nur noch wenige große Krankenkassen mit starker regionaler Ausrichtung geben, so stehen diese nicht mehr im Wettbewerb um Effizienz, Versorgung und attraktive Beitragssätze. Sollte die Anzahl der Krankenkassen also unter einen bestimmten Schwellenwert sinken, steht zu befürchten, dass ein Stillstand der Marktbewegung eintritt und dies zu Lasten einer schlanken, effektiven Verwaltungsstruktur geht.

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Ansprechpartner für die Presse

Matthias Tietz
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