Sachsen-Anhalt
Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt und Kassenverbände einigen sich zur Finanzierung von Krankenhausfällen im Jahr 2012
Gemeinsame Pressemitteilung
der Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt und der Verbände der Krankenkassen in Sachsen-Anhalt
Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt
AOK Sachsen-Anhalt – Die Gesundheitskasse
BKK Landesverband Mitte
IKK gesund plus
Knappschaft, Sachsen-Anhalt
LKK Mittel- und Ostdeutschland
vdek Landesvertretung Sachsen-Anhalt
Verband der Privaten Krankenversicherung e.V.
Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt und Kassenverbände einigen sich zur
Finanzierung von Krankenhausfällen im Jahr 2012
Magdeburg. 29.02.2012.
Die Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt und die Verbände der Krankenkassen in Sachsen-Anhalt haben sich nach intensiven Verhandlungen über einen neuen Landesbasisfallwert für das Jahr 2012 geeinigt.
Der von den Vertragspartnern vereinbarte landesweit geltende Basisfallwert (Landesbasisfallwert) für die Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt im Jahr 2012 beträgt nunmehr 2.947,50 Euro und liegt damit 58,50 EUR über dem Vorjahreswert.
Der Abschluss ermöglicht den Kliniken und Krankenkassen gleichermaßen, auf einer sicheren Grundlage ihr Budget zu planen. Die Krankenhausgesellschaft und die Krankenkassen in Sachsen-Anhalt loben das erzielte Ergebnis und erklären dazu: „Nach schwierigen Verhandlungen ist es gelungen, für beide Parteien Planungssicherheit in der Weise zu erzielen, dass die für die Krankenhäuser notwendigen Budgetverhandlungen nunmehr noch im I. Quartal des Jahres 2012 beginnen können. Die Einigung beweist, dass die gemeinsame Selbstverwaltung im Gesundheitswesen funktioniert. Trotz unterschiedlicher finanzieller Ausgangsbedingungen auf beiden Seiten haben wir gemeinsam einen tragfähigen Kompromiss gefunden, der für die Versicherten in Sachsen-Anhalt eine qualitativ hochwertige stationäre Versorgung sichert.“
Der Landesbasisfallwert gilt für alle Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt und bildet die Grundlage für die Abrechnung von Krankenhausleistungen über Fallpauschalen (DRGs). Er bestimmt maßgeblich die Höhe der zukünftigen Preise, die das Krankenhaus für die medizinische Leistung von den Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen vergütet bekommt und damit auch die Höhe des Finanzvolumens, über das jedes Krankenhaus verfügen kann. Anhand der erwarteten Fallzahlen können die Krankenkassen ihre Kostenentwicklung abschätzen. Die Krankenhäuser sind durch die Prognose ihrer Einnahmen in der Lage, die Vorhaltung zur stationären medizinischen Versorgung und die daraus entstehenden Kosten sicher zu kalkulieren.
In Sachsen-Anhalt werden in 49 Plankrankenhäusern über 600.000 Patienten pro Jahr stationär behandelt. Diesen Behandlungsfällen liegt auf Basis des vereinbarten Landesbasisfallwertes ein Landesbudget (exklusive Psychiatrie) von knapp 1,8 Milliarden Euro zu Grunde.
Die Genehmigung dieser Vereinbarung wird für den 1. März 2012 durch das Ministerium für Arbeit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt erwartet.
BKK Landesverband Mitte: Krankenkassen zahlten 2011 in Sachsen-Anhalt gut eine Milliarde Euro für Arzneimittel / Ausgaben bereits im zweiten Jahr rückläufig
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Magdeburg, 14. Februar 2012.
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Die gesetzlichen Krankenkassen haben 2011 in Sachsen-Anhalt gut eine Milliarde Euro für Medikamente bezahlt. „Das entspricht etwa 3,9 Prozent weniger als im Vorjahr“, erklärt Raimund Nossek, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des BKK Landesverbandes Mitte. Damit gingen die Arzneimittelausgaben in dem Bundesland bereits im zweiten Jahr zurück. Gründe dafür sind unter anderem die Anhebung des Apothekenabschlages und die Einführung eines Großhandelsrabattes zum 1. Januar 2011. Auch der Herstellerabschlag, der bereits Mitte 2010 erhöht wurde, zeige weiterhin Wirkung, so Nossek.
Nach den Kosten für die Krankenhäuser und niedergelassenen Ärzte sind die Arzneimittel der größte Ausgabenposten für die Krankenkassen. Deutschlandweit zahlten die gesetzlichen Krankenkassen im vergangenen Jahr rund 27,1 Milliarden Euro für Medikamente. „Das sind 2,8 Prozent oder 784 Millionen Euro weniger als 2010“, sagte Nossek. Er appellierte an die Politik, an der Strategie der Ausgabenbegrenzung festzuhalten: „Mittlerweile kommen fast alle Krankenkassen ohne Zusatzbeiträge aus oder können in absehbarer Zeit darauf verzichten.“ Die Beitragsgelder müssten der Versorgung der Patienten zugutekommen und nicht den Renditen internationaler Pharmaunternehmen, forderte Nossek.
Der BKK Landesverband Mitte
Der Verband vertritt die Betriebskrankenkassen in den Ländern Berlin, Brandenburg, Bremen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Er übernimmt die ihm gesetzlich zugewiesenen sowie von Betriebskrankenkassen übertragene Aufgaben. Dazu gehören unter anderem die Vertragsverhandlungen mit den Kassenärztlichen und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen in den jeweiligen Bundesländern sowie Vertragsabschlüsse mit Krankenhäusern und in der gesetzlichen Pflegeversicherung. Zusätzlich vertritt er die Betriebliche Krankenversicherung in der Öffentlichkeit und gegenüber der Politik. Der Verband hat 26 Mitgliedskassen.
BKK Landesverband Mitte: Sachsen-Anhalter haben den dritthöchsten Krankenstand im Bundesgebiet – Krankenstände steigen - Psychische Leiden nehmen weiter zu
Die sachsen-anhaltischen Beschäftigten fehlten im Jahr 2011 krankheitsbedingt an 17,9 Tagen. Das ist der dritthöchste Wert im Bundesgebiet. Der Bundesdurchschnitt (BD) lag bei 15,3 Tagen. Die meisten Fehlzeiten hat Berlin mit 18,6 Tagen vor Brandenburg mit 18,3 Tagen. Die Bundesländer mit den niedrigsten Krankenständen sind wie im vergangenen Jahr Bayern (13,3 Tage) und Baden-Württemberg (13,8 Tage). Diese Zahlen aus dem BKK-Gesundheitsreport bereitet der BKK Landesverband Mitte jährlich für die neun Bundesländer seines Verbandsgebiets auf.
Am häufigsten lag der Grund wie im vergangenen Jahr in Muskel- und Skeletterkrankungen mit 26,1 Prozent (Bundesdurchschnitt (BD) 26,9 Prozent) der Krankentage, gefolgt von Atemwegserkrankungen mit 14,2 Prozent (BD 13,9 Prozent). An dritter Stelle folgen die Verletzungen mit 13,5 Prozent (BD 13,3 Prozent) und bereits an vierter Stelle die psychischen Erkrankungen mit 10,2 Prozent (BD 12,8 Prozent) aller Krankentage.
Die einzelnen Landkreise weisen große Unterschiede auf. Die Spanne reicht von durchschnittlich 20,7 Krankheitstagen im Kreis Mansfeld-Südharz und 19,4 Tagen in Stendal bis zu 16,9 Tagen in Magdeburg und 15,1 Tagen im Altmarkkreis Salzwedel.
Wenn man sich die einzelnen Berufszweige ansieht, stellt man fest, dass die sachsen-anhaltischen Postboten mit 19 Krankheitstagen am häufigsten erkrankt sind, gefolgt von den Beschäftigten im Baugewerbe mit 17,6 Tagen. Mit 10,4 Krankheitstagen weisen Freiberuflichen und die Dienstleister in Wissenschaft und Technik die gesündeste Berufsklientel aus.
Insgesamt steigen die Krankenstände nun bereits im fünften Jahr kontinuierlich an. Während im Jahr 2006 die monatsdurchschnittlichen Krankenstandwerte im Bundesgebiet mit 3,4 Prozent die niedrigsten der letzten 30 Jahre waren, sind sie nun auf 4,2 Prozent angestiegen.
Die psychischen Leiden weisen die gravierendsten Steigerungsraten auf. Die Arbeitnehmer erkranken daran doppelt so häufig wie noch vor zwanzig Jahren. Außerdem sind die Ausfallzeiten bei psychischen Erkrankungen bundesweit mit gut 35 Tagen je Fall bedeutend länger als ein durchschnittlicher Krankheitsfall mit 12,8 Tagen.
Die steigenden Zahlen zur Arbeitsunfähigkeit 2011 kamen vor allem durch die kontinuierlich hohen Krankenstände der psychisch Erkrankten und durch die „Grippewelle“ im ersten Quartal 2011 zustande. Während die Krankheitstage wegen psychischer Erkrankungen um 13,4 Prozent gestiegen sind, führte die „Grippewelle“ zu einem Plus von 25 Prozent bei den Atemwegserkrankungen.
Burn-out-Syndrom steigt rasant
Das Burn-out-Syndrom ist nicht als eigene Krankheit im ICD Schlüsselsystem erfasst und wird daher unter der Diagnose Z73 „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“ eingeordnet. Von 2004 bis 2010 stiegen die AU-Tage von 4,6 auf 63,2 pro 1.000 Mitglieder um mehr als das Dreizehnfache an. Frauen waren mit 82,1 Tagen je 1.000 Mitglieder fast doppelt so häufig krankgeschrieben wie Männer mit 48,4 Tagen je 1.000 Mitglieder.
Die Zahlen stammen aus dem BKK Gesundheitsreport 2011 „Zukunft der Arbeit“. Er erfasst
und analysiert das gesundheitliche Geschehen von 12,1 Millionen BKK Versicherten aus dem Jahr 2010. Das entspricht den Befunden von jedem fünften sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland. Die BKK Analysen stellen damit ein gutes Abbild des Krankheitsgeschehens in der Arbeitswelt dar.
Den BKK Gesundheitsreport 2011 „Zukunft der Arbeit“ mit weiteren Ausführungen
können Interessenten unter info@bkk.de bestellen oder im Internet unter www.bkk.de herunterladen.
Downloadfähige Grafiken zum Krankenstand, z.B. Länderauswertungen oder den psychischen Krankheiten gibt es im BKK Faktenspiegel unter www.bkk.de/faktenspiegel.
Dem BKK Landesverband Mitte gehören seit dem 01.07.2011 26 Betriebskrankenkassen in neun Bundesländern an. Zusammen haben diese BKK rund 2,6 Millionen Mitglieder, das sind einschließlich der kostenfrei mitversicherten Familienangehörigen rund 3,7 Millionen Versicherte. Die BKK haben einen durchschnittlichen Marktanteil von ca. 20 Prozent.
Magdeburg, 27. Januar 2012 – Ihr Ansprechpartner: Matthias Tietz
Telefon (0391) 5554-157, Telefax (0391) 5554-141, matthias.tietz@bkkmitte.de
Gemeinsame Presseinformation zum Landesbasisfallwert
Kassenverbände und Krankenhausgesellschaft einigen sich über Landesbasisfallwert
Text und Grafik der gemeinsamen Presseinformation
PDF-Datei der Presseinformation
| Typ | Titel | Dateigröße |
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| Gemeinsame Presseinformation vom 18. Februar 2011 | 73 KB |


